Erster Besuch des Balletts Pforzheim
Am 11.12.2009 hatten wir das große Glück einer Probe des Balletts
Pforzheim unter der Leitung von James Sutherland beiwohnen zu dürfen.
Ein Teil des ISES-Teams machte sich morgens auf die 170km lange Fahrt
von Furtwangen nach Pforzheim. Im Vorfeld hatten wir uns Gedanken
gemacht, wie wir die Wiimotes, die die Bewegungen der Tänzer tracken,
an deren Körper befestigen und waren überein gekommen, dass wir
Pulswärmer zur Fixierung benutzen. In der Probe wurden diese
allerdings auf eine harte Probe gestellt, da sich die Wiimotes
aufgrund der Trägheit der Masse bei hohen Beschleunigungen der
einzelnen Gliedmaßen der Tänzer nicht an die physikalischen
Gesetzmäßigkeiten der Zentripetalkraft hielten, sondern zum Teil im
hohen Bogen durch die Luft flogen. Wir hatten uns im Vorfeld schon um
eine Kamera gekümmert, die wir zusätzlich als visuelles Bindeglied
zwischen den binären Tracking-Daten und den Bewegungen der Tänzer
einsetzten. Pünktlich um 11 Uhr trafen wir uns mit Professor Friedmann im
Foyer des Theaters Pforzheim. Von dort aus gingen wir zum Hintereingang des
Komplexes, wo wir von James Sutherland abgeholt wurden, mit ihm in der
Cafete ein sehr interessantes Gespräch über Orpheus und Eurydike
führten und er uns im Anschluss seine stellvertretende Leiterin des
Balletts Elsa Genova vorstellte. Daraufhin führte er uns an den
„Brettern, die die Welt bedeuten“ vorbei in den Proberaum, der mit
einer speziellem Tanzmatte ausgelegt war, sodass wir gezwungen waren
unsere Schuhe ausziehen. Wir waren natürlich alle froh, dass wir keine
Löcher in den Socken hatten und machten uns sofort an die Arbeit, die
Kamera auszurichten, die Laptops mit einem eigens entwickelten Patch
zur binären Datenaufnahme zum Laufen zu bringen und anschließend die
Wiimotes an den durchtrainierten Körpern der Tänzer zu befestigen. Wie
sich herausstellte, hatte das Tanzensemble keine Berührungsängste und
dass sie im Vorfeld fast aufgeregter waren als wir, machte sie im
Endeffekt noch reizender. Sie waren uns sofort sehr vertraut und
sympathisch.
Nachdem wir die Wiimotes via Bluetooth mit den Rechnern verbunden
hatten und an den Waden und Oberarmen der Tänzer befestigt hatten,
konnte die Probe beginnen. Sie zogen uns sofort mit ihrer
Körperbeherrschung und der sehr ausdrucksstarken Choreografie in ihren
Bann. Das Tracking verlief ohne Probleme, bis auf eine Bewegung, bei
der eine Tänzerin ihr Bein gen Decke schleuderte und dabei sich die
Wiimote aus der Befestigung löste und im hohen Bogen auf den Boden
knallte. Die Wiimote stellte sich als sehr robust heraus, da sie nach
dem Aufprall immer noch Daten an das Macbook sendete. Wir durften
insgesamt zwei Stunden den Proben beiwohnen, bei der wir effektiv eine
Stunde Referenzdaten sammelten und synchron die Bewegungen der Tänzer
filmten. Nach einem sehr eindrucksvollen Ausflug machten wir uns
wieder auf den Weg nach Furtwangen. Mit den Referenzdaten konnten wir
unser System „feintunen“ und unter realen Bedingungen testen.


