Leistungs-Ökosysteme
Leistungs-Ökosysteme: umweltbedingte Annäherungen an die musikalische Interaktion
Musik wird als dynamischer Komplex von interaktiven Verhalten verstanden. Dieses Auftreten kann technisch oder fiktiv sein, bereits komponiert sein oder sich entwickeln oder sich auf einer Zeitskala unter gewissen Bedingungen oder Konstruktionen bilden. Alle Töne interagieren im gleichen Raum durch prozessbedingte gegenseitige Modellierung, erneute Beschreibungen und sich entwickelnden Neustrukturierungen. (Jonathan Impett, 2001)
Agostino di Scipio: Hörbare Ökosysteme
In der Entstehung seiner Arbeitsreihe „ Hörbare Ökosysteme“ benutzt Di Scipio die Merkmalgewinnung innerhalb eines Rückkopplungs-Systems welches in Verbindung von Mikrofonen, Lautsprechern, Computern und Räumen ist und in welchem die Merkmalgewinnung langsame Kontrollsignale generiert, die die Synthese oder Umgestaltung des Geräuschmaterials steuert. Außer den überblendenden Mikrofon Eingangssignalen und dem Ausgabe System, die verschiedene Signale generieren, die zur Kontrolle auch in das System rückgeleitet werden, kann man darüber hinaus sagen, dass das System eine eigene Geschichte entwickelt. Di Scipio lehnt viele aktuelle Meinungen von Interaktivität als bedeutungslos ab, er legt es als Netzwerk von „dynamischen Wechselbeziehungen zwischen System Komponenten“ neu dar.
Die Idee dass ein Computer auf die Geste eines Darstellers reagiert wurde durch eine „strukturierte Kopplung“ von System und Umfeld ersetzt. Das System handelt nach der Umwelt, die letzte Reaktion befolgend und reagiert dann auf die Antwort der Umwelt.
Das System entwickelt darüber hinaus eine evolutionäre Perspektive: Es entwickelt sich indem es die vorangegangenen internen Beschaffenheiten und vorherige Interaktionen mit der Umgebung ausfindig macht und sich basierend auf der eigenen Geschichte weiterentwickelt d.h. es ist zuständig für die Vergangenheit. („Das Gedächtnis des Systems“)
Di Scipio betont leidenschaftlich, was er die bio-ökologischen Prinzipien nennt, besonders den Energieumsatz, die strukturierte Auflösung, die organisatorische Offenheit und die Ankopplung von System und Umwelt miteinbeziehend. Zu Beachten ist die Ähnlichkeit seiner neuen Darlegung von Interaktivität als „ein Netzwerk von Wechselbeziehungen zwischen dynamischen System Komponenten“ und Impett’s Formulierung für musische Aktivität am Anfang dieser Seite. (Agostino Di Scipio, 2003)
Literaturverzeichnis:
Impett, Jonathan (2001)
‘Interaction, simulation and invention: a model for interactive music’ in Bilotta, Miranda, Pantano and Todd
(eds.) Artificial Life Models for Music Applications,
pp.108-119. (Cosenza: Bios) also available at
http://galileo.cincom.unical.it/esg/Music/workshop/articoli/impett.pdf
Di Scipio, Agostino (2003)
‘Sound is the Interface’: Sketches of a Constructivitic Ecosystemic View of Interactive Signal Processing’
Proceedings of the Colloquium on Musical Informatics,
Firenze 8-10 May 2003 (Florence: CIM) at
http://xoomer.alice.it/adiscipi/CIM03b.pdf