Interaktionskonzept
Die Interaktion soll nicht deterministische, hörbare Reaktionen, der Lebewesen und deren direkter Umgebung hervorrufen.
Das bedeutet einerseits die indirekte Beeinflussung der Lebewesen, also die Veränderung von Werten in der Umgebung der Lebewesen, die für diese essentiell notwendig sind.
Der andere Teil der Interaktion soll sich direkt auf die Lebewesen auswirken und deren Klangkonstellation verändern.
Diese Beeinflussung auf das Ökosystem soll durch den Menschen geschehen. Dabei stehen ihm Wiimotes (Fernbedienung der Nintendo Wii) als Instrumente zur Verfügung. Die Signale der Wiimote fließen in das System ein und je nach Stärke der Bewegungen des Menschen lösen diese Werte mehr oder weniger drastische Veränderungen aus.
Die Stärke der Bewegungen wird durch langsame und schnelle Beschleunigungen definiert.
Die indirekten Beeinflussung
Langsame Beschleunigungen wirken sich auf die für die Lebewesen essentiell notwendigen Werte aus. Es werden Methoden des Lebensraumes der Lebewesen, wie Nahrungsvorkommen, Temperatur und Energiegehalt der Lebewesen, angesprochen. Hier ist z.B. das Nahrungsvorkommen nicht in Form eines anderen Lebewesens gemeint, sondern Werte in der Umwelt, im System, die für die Lebewesen als Lebensgrundlage beschränkt zur Verfügung stehen.
Auf diese speziellen Methoden werden festgelegte Werte zufällig aufaddiert oder subtrahiert, dabei wird eine feste Maximalgrenze nicht überschritten. Jedoch lösen nur 20% aller Interaktionen diese Beeinflussung aus.
Nach welchem Kriterien werden die Methoden angesprochen:
Da wir bereits Beschleunigungswerte durch den Besuch der Tänzer in Pforzheim aufnehmen konnten, haben wir die gesamte Bandbreite an Beschleunigungswerten in eine Skala unterteilt wobei jeder Bereich der Skala seine eigene Wertigkeit hat.
Je nachdem welcher Bereich in der Skala angesprochen wird, werden die Methoden der Umgebung nach einer bestimmten Wahrscheinlichkeit angesprochen. Auch die Werte, die auf die Methoden aufaddiert oder subtrahiert werden, sind an diese Bereiche angepasst.
Skala von 0-100:
Bereiche:
0-10 = Ruhephase – nichts wird durchgelassen
11-20 = ganz langsame Beschleunigungen – 80% Wahrscheinlichkeit
21-50 = langsame Beschleunigungen – 60% Wahrscheinlichkeit
51-70 = schnellere langsame Beschleunigungen – 40%Wahrscheinlichkeit
71-100 = schnelle langsame Beschleunigungen – 20% Wahrscheinlichkeit
Die Auswahl, in welcher Zone welche Methode angesprochen wird, ist zufällig. Jedoch kann es dabei nicht passieren, dass eine Methode hintereinander mehrmals angesprochen. Die Methoden gelangen in eine Art “Topf” wo sie zufällig gewählt werden. Erst wenn die letzte Methode aus diesem Topf ausgewählt wurde, füllt sich der Topf von neuen.
Die indirekte Beeinflussung wirkt sich nicht tonal aus, sondern ändert die Lebenssituationen der einzelnen Lebewesen. Dies macht sich im Verhalten der Lebewesen bemerkbar, die sich den Änderungen nach anpassen müssen. Somit führt dies indirekt zu einer tonalen Änderung.
Die direkten Beeinflussung
Schnelle Beschleunigungen führen zu einer direkten Veränderung, die sich unverzüglich tonal also auf den Sound , der vom Lebewesen ausgeht, auswirkt.Dabei werden Überlagerungen des jeweiligen Schwarmsounds ausgelöst. Wie bei der indirekten Beeinflussung auch, werden die schnellen Beschleunigungen in eine Skala unterteilt die wiederum bestimmte Bereiche vorgibt.
Skala von 61-80:
Bereiche:
61-65= langsamste schnelle Beschleunigung
66-70 = langsame schnelle Beschleunigungen
71-75 = schnellere schnelle Beschleunigungen
76-80 = extrem schnelle Beschleunigungen
Die Werte 75-80 treten laut den aufgenommenen Werten aus Pforzheim am häufigsten auf. Um dies auszunutzen, wird zusätzlich ein zweiter Ton zu dem Sound des Lebewesen untergemischt.
Die generelle Beeinflussung
Neben der direkten und der indirekten Beeinflussung, gibt es noch die generelle Beeinflussung, die sich zusätzlich und neben den anderen beiden Beeinflussungen auswirkt.
Hierbei werden der System-Takt und die Lautstärke der Soundfiles global für alle Schwärme, auf die Stimmung, die von den Tänzern ausgeht, angepasst. Der Durchschnittswert der sich aus den Daten aller aktiven Wiimotes ergibt wird errechnet. Dieser Durchschnittswert kann die Lautstärke bis zu 25 Prozent beeinflussen. Der Systemtakt kann je nach Höhe der Beschleunigung um 1/5 seines Anfangswertes vermindert oder verdoppelt werden.