Des espaces autres im ZKM_kubus

Dienstag 16. Februar

Um 9 Uhr haben wir uns auf den Weg ins ZKM gemacht. Dort wurden wir von Sebastian Schottke, einem Technikmitarbeiter des Instituts für Musik und Akustik, freundlich empfangen.
Irgendwie hat sich alles gleich auf uns konzentriert und alle Beteiligten haben sich sehr darum bemüht, dass der Aufbau schnell von Statten geht, damit es eine gute Aufführung wird.
Der Tanzteppich wurde schnell gelegt und er nahm fast den ganzen Klangdom ein.

letzte Programmieränderungen

letzte Programmieränderungen

vor dem riesigen Tanzteppich

vor dem riesigen Tanzteppich

Mittwoch 17. Februar

Als am Mittwoch dann um 17 Uhr James Sutherland und Elsa Genova mit den Tänzern eintrudelten, war die erste Aufregung bei einigen zu spüren. :) Leider stellte sich heraus, dass Cornelius und Julia, zwei Tänzer, die wir schon in Pforzheim kennengelernt hatten und die fest in der Performance eingeplant waren, plötzlich krank geworden waren. Aber Elsa und James hatten zwei neue Tänzer mitgebracht und beide bewiesen sehr schnell, dass auch sie es einfach drauf haben. ;)
Nun war es jedoch das erste Mal, dass die Tänzer und das Audio-Ökosystem zusammen trafen. Im Kopf schwirrten Fragen wie: Wird der Sound und der Tanz überhaupt zusammenpassen? Wird es harmonieren? Wird man die Beeinflussung überhaupt merken? Nun wurde auch mir bewusst, was des “espaces autres” überhaupt bedeutet. Da waren wirklich zwei so verschiedene Welten, die Tänzer zum einen und zum anderen das Audio-Ökosystem, die miteinander verschmelzen. Aber es war echt wunderbar und jegliche Befürchtung wie weggeblasen. Schon bei den Proben hat alles so gut zusammen gewirkt und Gänsehaut aufziehen lassen. ;)

Die zwei Probetage vor dem eigentlichen Event waren sehr entspannt und eigentlich hat, bis auf ein paar Probleme im ISES-System selber, die Alex und Simon noch schnell behoben hatten, alles sehr gut funktioniert.

Donnerstag 18. Februar – vor dem Auftritt

Am 18. Februar, also am Tag des Auftritts, gab es jedoch Probleme mit den Wiimotes. Schon vorher mussten wir Abstriche machen, da sich nicht alle 10 Wiimotes über Bluethooth zusammen connecten ließen. So haben wir uns entschieden, dass wir eben nur 7 Wiimotes verwenden. Dieses Problem den Tänzer beizubringen, die sich schon so darauf freuten, dass jeder eine Wiimote bekommt, war schon schwer. Und nun kam eben noch dazu, dass ab dem Verbindungsaufbau der sechsten Wiimote das System einfach immer wieder abstürzte. Wir probierten es ein paar Mal, aber es wurde eher schlimmer als besser. So entschieden wir uns kurz vor dem Auftritt dafür, dass wir nur fünf Wiimotes verbinden. James blieb ruhig und machte den Kompromiss, dass die Tänzer zwischen den zwei Performances die Wiimotes an einen andern Tänzer abgeben, der sie noch nicht hatte. So waren alle zufrieden.
Kurz vorher wurde streng drauf geachtet, dass niemand mehr irgendetwas änderte oder anfasste, ob im Raum selber, am System oder wo auch immer. :) Die Aufregung war nun selbst bei James und Elsa zu spüren. ;)

Donnerstag 18. Februar – die Performance “des espaces autres”

Alles ging nun ziemlich schnell. Noch bevor die Tänzer mit dem Auffwärmen fertig waren, haben wir und Sebastian schon darauf gedrängt, die Besucher endlich reinzulassen. Um 19.45 Uhr öffneten wir die Türen zum Klangdom. Die Leute strömten herein und es schien, als ob die Besucherzahl einfach nicht aufhören wollte zu wachsen. :) Das Gefühl war unbeschreiblich: Sind die Leute tatsächlich alle wegen uns gekommen?
Pünktlich um 20 Uhr verdunkelte sich das Licht im Saal, das System ging an und die Tänzer bewegten sich langsam auf den riesigen Tanzteppich zu. Bis auf die Sounds, die von dem Audio-Ökosystem kamen und die Schritte der Tänzer, war es still im ganzen Raum.
Aber seht am besten selbst:
gesamt

Das Video zu “des espaces autres” vom ZKM folgt in den nächsten Tagen.

Endphase erreicht!

FlyerZKM

FlyerZKM

Da nun auch alle unsere Klausuren für dieses Semester überstanden sind, können wir uns die letze Woche vor dem lang erwarteten Auftritt im ZKM voll und ganz auf die  Vorbereitungen dafür konzentrieren.
Hierfür werden Alex G. und Simon noch ein wenig am System schrauben, so das es dynamischer wird.
Patrick wird noch ein paar Soundfiles generieren, die ja dann als jeweiliger Schwarm ins System eingespeist werden.
Alex F. kümmert sich darum, dass alle Wiimotes startklar sind, die Befestigungen funktionieren usw.
Und ich werde zusammen mit Prof. Friedmann alles Organisatorische drum herum übernehmen und Rücksprachen mit dem ZKM halten.

Am 16. Feb. werden wir dann zusammen ins ZKM fahren um alles aufzubauen und zu testen, ob auch alles funktioniert. Am 17 .Feb. werden dann auch die Tänzer zum Proben dazukommen und dann wird sich zeigen, ob alles harmoniert. ;)

Am 18. Feb. um 20 Uhr ist es dann endlich soweit! Drückt uns die Daumen und erscheint zahlreich!

Bereits am 19. Jan., am Tag der Medien, konnten einige  von euch bereits einen kleinen Einblick erhaschen und mit den Wiimotes ausprobieren, was da so passiert. Die Resonanz war sehr unterschiedlich. Einige wussten gar nichts damit anzufangen und sind die nächste Minute auch wieder geflüchtet. Jedoch haben wir von vielen von euch auch positives Feedback erhalten.

In der Performance Des espaces autres im ZKM/Kubus wird dann das Pforzheimer Ballett alle 10 Wiimotes führen und dann werdet ihr das volle Potential erleben.

Beide unserer Stücke, die sich in Geschwindigkeit, Anzahl der Schwärme und Zonen , Wahl der Soundstücke und Intension unterscheiden werden, werden etwa 15- 20 Minuten dauern. Zwischen unseren zwei Stücken wird auch Ludger Brümmer ein rein auditives Stück vortragen. Der Tanzteppich für die Ballett-Tänzer wird in der Mitte des Klangdoms liegen, so dass ihr und weitere Zuschauer die Möglichkeit habt, die Performance von allen Seiten aus zu betrachten.

Ihr und auch wir können also gespannt sein! Bis dahin alles Gute und wir sehen uns am 18. Februar im ZKM. :)

Erster Besuch des Balletts Pforzheim

Am 11.12.2009 hatten wir das große Glück einer Probe des Balletts
Pforzheim
unter der Leitung von James Sutherland beiwohnen zu dürfen.
Ein Teil des ISES-Teams machte sich morgens auf die 170km lange Fahrt
von Furtwangen nach Pforzheim. Im Vorfeld hatten wir uns Gedanken
gemacht, wie wir die Wiimotes, die die Bewegungen der Tänzer tracken,
an deren Körper befestigen und waren überein gekommen, dass wir
Pulswärmer zur Fixierung benutzen. In der Probe wurden diese
allerdings auf eine harte Probe gestellt, da sich die Wiimotes
aufgrund der Trägheit der Masse bei hohen Beschleunigungen der
einzelnen Gliedmaßen der Tänzer nicht an die physikalischen
Gesetzmäßigkeiten der Zentripetalkraft hielten, sondern zum Teil im
hohen Bogen durch die Luft flogen. Wir hatten uns im Vorfeld schon um
eine Kamera gekümmert, die wir zusätzlich als visuelles Bindeglied
zwischen den binären Tracking-Daten und den Bewegungen der Tänzer
einsetzten. Pünktlich um 11 Uhr trafen wir uns mit Professor Friedmann im
Foyer des Theaters Pforzheim. Von dort aus gingen wir zum Hintereingang des
Komplexes, wo wir von James Sutherland abgeholt wurden, mit ihm in der
Cafete ein sehr interessantes Gespräch über Orpheus und Eurydike
führten und er uns im Anschluss seine stellvertretende Leiterin des
Balletts Elsa Genova vorstellte. Daraufhin führte er uns an den
„Brettern, die die Welt bedeuten“ vorbei in den Proberaum, der mit
einer speziellem Tanzmatte ausgelegt war, sodass wir gezwungen waren
unsere Schuhe ausziehen. Wir waren natürlich alle froh, dass wir keine
Löcher in den Socken hatten und machten uns sofort an die Arbeit, die
Kamera auszurichten, die Laptops mit einem eigens entwickelten Patch
zur binären Datenaufnahme zum Laufen zu bringen und anschließend die
Wiimotes an den durchtrainierten Körpern der Tänzer zu befestigen. Wie
sich herausstellte, hatte das Tanzensemble keine Berührungsängste und
dass sie im Vorfeld fast aufgeregter waren als wir, machte sie im
Endeffekt noch reizender. Sie waren uns sofort sehr vertraut und
sympathisch.

Nachdem wir die Wiimotes via Bluetooth mit den Rechnern verbunden
hatten und an den Waden und Oberarmen der Tänzer befestigt hatten,
konnte die Probe beginnen. Sie zogen uns sofort mit ihrer
Körperbeherrschung und der sehr ausdrucksstarken Choreografie in ihren
Bann. Das Tracking verlief ohne Probleme, bis auf eine Bewegung, bei
der eine Tänzerin ihr Bein gen Decke schleuderte und dabei sich die
Wiimote aus der Befestigung löste und im hohen Bogen auf den Boden
knallte. Die Wiimote stellte sich als sehr robust heraus, da sie nach
dem Aufprall immer noch Daten an das Macbook sendete. Wir durften
insgesamt zwei Stunden den Proben beiwohnen, bei der wir effektiv eine
Stunde Referenzdaten sammelten und synchron die Bewegungen der Tänzer
filmten. Nach einem sehr eindrucksvollen Ausflug machten wir uns
wieder auf den Weg nach Furtwangen. Mit den Referenzdaten konnten wir
unser System „feintunen“ und unter realen Bedingungen testen.