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Von Judith, geschrieben am 24.02.2010
Dienstag 16. Februar
Um 9 Uhr haben wir uns auf den Weg ins ZKM gemacht. Dort wurden wir von Sebastian Schottke, einem Technikmitarbeiter des Instituts für Musik und Akustik, freundlich empfangen.
Irgendwie hat sich alles gleich auf uns konzentriert und alle Beteiligten haben sich sehr darum bemüht, dass der Aufbau schnell von Statten geht, damit es eine gute Aufführung wird.
Der Tanzteppich wurde schnell gelegt und er nahm fast den ganzen Klangdom ein.
 letzte Programmieränderungen
 vor dem riesigen Tanzteppich
Mittwoch 17. Februar
Als am Mittwoch dann um 17 Uhr James Sutherland und Elsa Genova mit den Tänzern eintrudelten, war die erste Aufregung bei einigen zu spüren. Leider stellte sich heraus, dass Cornelius und Julia, zwei Tänzer, die wir schon in Pforzheim kennengelernt hatten und die fest in der Performance eingeplant waren, plötzlich krank geworden waren. Aber Elsa und James hatten zwei neue Tänzer mitgebracht und beide bewiesen sehr schnell, dass auch sie es einfach drauf haben. 
Nun war es jedoch das erste Mal, dass die Tänzer und das Audio-Ökosystem zusammen trafen. Im Kopf schwirrten Fragen wie: Wird der Sound und der Tanz überhaupt zusammenpassen? Wird es harmonieren? Wird man die Beeinflussung überhaupt merken? Nun wurde auch mir bewusst, was des “espaces autres” überhaupt bedeutet. Da waren wirklich zwei so verschiedene Welten, die Tänzer zum einen und zum anderen das Audio-Ökosystem, die miteinander verschmelzen. Aber es war echt wunderbar und jegliche Befürchtung wie weggeblasen. Schon bei den Proben hat alles so gut zusammen gewirkt und Gänsehaut aufziehen lassen.
Die zwei Probetage vor dem eigentlichen Event waren sehr entspannt und eigentlich hat, bis auf ein paar Probleme im ISES-System selber, die Alex und Simon noch schnell behoben hatten, alles sehr gut funktioniert.
Donnerstag 18. Februar – vor dem Auftritt
Am 18. Februar, also am Tag des Auftritts, gab es jedoch Probleme mit den Wiimotes. Schon vorher mussten wir Abstriche machen, da sich nicht alle 10 Wiimotes über Bluethooth zusammen connecten ließen. So haben wir uns entschieden, dass wir eben nur 7 Wiimotes verwenden. Dieses Problem den Tänzer beizubringen, die sich schon so darauf freuten, dass jeder eine Wiimote bekommt, war schon schwer. Und nun kam eben noch dazu, dass ab dem Verbindungsaufbau der sechsten Wiimote das System einfach immer wieder abstürzte. Wir probierten es ein paar Mal, aber es wurde eher schlimmer als besser. So entschieden wir uns kurz vor dem Auftritt dafür, dass wir nur fünf Wiimotes verbinden. James blieb ruhig und machte den Kompromiss, dass die Tänzer zwischen den zwei Performances die Wiimotes an einen andern Tänzer abgeben, der sie noch nicht hatte. So waren alle zufrieden.
Kurz vorher wurde streng drauf geachtet, dass niemand mehr irgendetwas änderte oder anfasste, ob im Raum selber, am System oder wo auch immer. Die Aufregung war nun selbst bei James und Elsa zu spüren.
Donnerstag 18. Februar – die Performance “des espaces autres”
Alles ging nun ziemlich schnell. Noch bevor die Tänzer mit dem Auffwärmen fertig waren, haben wir und Sebastian schon darauf gedrängt, die Besucher endlich reinzulassen. Um 19.45 Uhr öffneten wir die Türen zum Klangdom. Die Leute strömten herein und es schien, als ob die Besucherzahl einfach nicht aufhören wollte zu wachsen. Das Gefühl war unbeschreiblich: Sind die Leute tatsächlich alle wegen uns gekommen?
Pünktlich um 20 Uhr verdunkelte sich das Licht im Saal, das System ging an und die Tänzer bewegten sich langsam auf den riesigen Tanzteppich zu. Bis auf die Sounds, die von dem Audio-Ökosystem kamen und die Schritte der Tänzer, war es still im ganzen Raum.
Aber seht am besten selbst:

Das Video zu “des espaces autres” vom ZKM folgt in den nächsten Tagen.
Von Judith, geschrieben am 12.10.2009
Wir schulden euch noch einen Bericht über einen unserer wichtigsten Meilensteine in unserem Projekt.
Am Montag den 14. September bis Mittwoch den 16. September waren wir alle gemeinsam im ZKM in Karsruhe um dort im blauen Kubus unser bisheriges System – den 2. Prototypen – zu testen.
Ich muss sagen, die drei Tage waren bis auf einige Schwierigkeiten sehr entspannt und wir haben im Endeffekt alles so hinbekommen, wie wir es wollten. Zur der Implementierung des Systems gehörten die Punkte:
- Testen der Infrastruktur (Netzwerk zwischen Mac, Laptop, Mac-Kubus usw.)
- Gestaltung/Performance (Wie hört sich unser System an, wie wirkt es, wie hören sich die Klänge an?)
- Interaktion (Interaktionskonzept, Tänzer, Gestaltung des Raumes usw.)
Unser Betreuer in der Zeit war Holger Stenschke (Klangregie/Musikinformatik). Er hat uns immer freien Lauf gegben und uns anscheinend sehr vertraut, denn wir waren meist alleine in diesem riesigen Klangdom.
 Arbeitsplatz in der Mitte des Klangdom
 Projektgruppe
Aber er war auch immer für uns da wenn wir mal wirklich Hilfe brauchten. Vielen Dank nochmal dafür!
Einen ausführlichen Bericht zum 2. Prototypen, werden wir euch noch liefern.
 Simon und Patrick
 Alex Fuchs
 unsere Schwärme in Zirkonium
 Das Mischpult
Von Alex F., geschrieben am 11.09.2009
Wie bereits in dem vorigen Artikel angekündigt, sind wir von unserem Kroonde-Gamma-Trackingsystem abgekommen und zu der viel günstigeren und einfacher zu bedienenden Variante, der Tanzmatte, ausgewichen.
Inspiriert wurden wir dabei von Patricks Mini-Fußschalter Marke Eigenbau, welche nach dem gleichen Prinzip aufgebaut ist. So haben wir uns für den Anfang drei Matten bestellt und diese mit dem mitgelieferten Tanz-Spiel getestet (Videos werden noch nachgeliefert).
Die Fragen dabei waren:
- akzeptiert MAX/MSP mehrere USB-Verbindungen gleichzeitig?
- akzeptiert der Mac-Mini die USB-Verbindungen gleichzeitig?
Um die Lieferzeit der Tanzmatten zu überbrücken, haben wir vorerst mit dem Nummern-Block der Tastatur geprobt und gearbeitet, und ein kleines Testpatch entwickelt.
 Die Tanzmatte ist unser neues Interaktionsmittel
Nachdem die Tanzmatten dann da waren, hatten wir auch hier keine Probleme die Signale der Matten in MAX/MSP abzugreifen und zu verarbeiten. Zumindest klappt das am PC wunderbar.
Das Problem kam erst dann, als wir das Ganze mit dem Mac-Mini ausprobieren wollten. Denn der Mac-Mini hat die Tanzmatten nicht als drei verscheidene Produkte erkannt, sondern nur als eines. Dieses Problem haben wir vorläufig mit dem Senden und Empfangen der Signale über UDP gelöst. Das heißt, wie greifen die Signale am PC ab und senden sie per UDP zum Mac-Mini, auf dem ja auch unseren andern Patches und Zirkonium läuft.
Diese Lösung sollte jedoch nicht die endgültige sein.
Im Laufe dieser Woche haben wir die Interaktions-Patches erweitert und verfeinert und an unser Hauptpatch angepasst, sodas sie am Ende leicht zu implementieren sind.
Später soll die Tanzmatte genutzt werden, um aktiv in unser laufendes System eingreifen zu können. Gedacht sind Eingriffe auf die Temperatur, das Nahrungsmittelvorkommen oder den Energiehaushalt verschiedener Zonen. Also seid gespannt auf unser neues Interaktionsmedium!
Von Patrick, geschrieben am 02.09.2009
In der Entwicklungszeit des 1. Prototypen war meine Aufgabe, mich um die Evaluierung der Trackingsysteme zu kümmern.
In der Evaluationssphase habe ich mich auf das beschränkt, was uns die HFU an Tracking-Systemen zur Verfügung stellt. Das Kroonde Gamma (nichtoptisches Tracking-Verfahren) eignet sich hervorragend für die „Verdrahtung” eines Tänzers. Man kann es ohne großen Aufwand überall mit hin nehmen. Es können eine ganze Reihe von Sensoren in die Kleidung des Tänzers integriert werden, um seine Bewegung in Echtzeit bis auf den Millimeter genau zu analysieren. Per Funk werden die Werte an eine Empfängereinheit gesendet, welche mit einem oder mehreren Rechner gekoppelt ist.
 Transmitter Pack und Interface
Für das System ist keine Installation erforderlich, das Kroonde schickt anhand der IP-Adresse die Informationen automatisch an seinen Bestimmungsort. Die UDP-Daten werden analog von den Sensoren zu einem oder mehreren Computern via Ethernet übertragen. Der effektive Bereich beträgt ca. 30 Meter in schwierigen Umgebungen und ca. 90 Meter im Freien.
Die speziellen Sensoren z.B. Beschleunigungs-Sensoren, die wir für unser Vorhaben benötigen, übersteigen unser Budget um ein Vielfaches. Außerdem ist das Radiometrixmodul, also der Sender im
Transmitterpack, defekt.
So habe ich eine Direkteinspeisung an das Interface gebastelt, so
dass man das Signal aus dem Transmitterpack vor dem Radiometrixmodul
abgreift und dann via Kabel direkt in das Interface einspeisen kann. Die
Digitalisierung funktioniert jetzt wieder einwandfrei aber man ist nun in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Der Nutzen für unser interaktives Audio-Ökosystem ist sehr hoch, da wir es auf Grund der Portabilität auch im ZKM für unsere Performance nutzen können. Ausserdem ist es via OSC implementierbar in Max.
Das Transmitter Pack enthält 16 analoge Anschlussmöglichkeiten für diverse Sensoren (2 Verbindungen mit je 8 Sensoren). Um mit dem „Kroonde“ arbeiten und experimentieren zu können, habe ich zusätzlich noch eine Testeinheit gebastelt mit dem man über
Tastendruck der Poties genau wie mit Sensoren digitale Signale
erzeugen kann. Man kann
natürlich auch jeden beliebigen Sensor anstöpseln.
 Prototyp zur Simulation von Sensoren
Bei der Vorstellung dieses Prototyps kam die Idee auf, dass man die winzig kleinen Poties auch einfach per Fußschalter verbinden könnte. Diese Idee war ausschlaggebend für eine weitere Idee. Anstelle von Fussschaltern einfach eine Tanzmatte mit integrierten Induktoren zu verwenden, da diese im Vergleich zu teuren Sensoren sehr preisgünstig ist und einfach per USB in das System implementiert werden kann.
Um diese letzte Idee testen zu können, haben wir uns jetzt drei USB-Tanzmatten bestellt. Jetzt ist die Frage, ob MAX die Signale von allen dreien gleichzeitig empfagen kann. Sollte dies so sein, werden wir uns noch eine vierte Tanzmatte bestellen, um den Interaktionsradius zu erhöhen.
Von Judith, geschrieben am 02.09.2009
Seit gestern, 1. September, arbeiten wir nun zwei Wochen lang an unserem 2. Prototypen.
Am 14. bis 16. September haben wir Projekttage im ZKM und dort werden wir unsere bisher entwickelte Max-Patches und die dazugehörige Technik, im Kubus des ZKM implementieren.
Dann wird sich auch zeigen, ob unser System mit den Wünschen und Vorstellungen von Ludger Brümmer übereinstimmen wird.
Was wir für den 2. Prototypen auf die Beine stellen werden, welche Probleme dabei auftauchen werden, wie die Lösungen aussehen werden usw., erfahrt ihr innerhalb der nächsten zwei Wochen hier auf unserer Website.
Danach wird es wieder eine Zusammenfassung der Ergebnisse geben, wie bereits beim 1. Prototypen.
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